Waldbrandgefahr auch in den Naturschutzgebieten im Kreis Unna erhöht

Waldbrände im April in Naturschutzgebieten an der niederländisch-deutschen Grenze oder im Sauerland – der trockene April hat die Waldbrandgefahr bzw. den Waldbrandgefahrenindex in die Höhe getrieben.

Nur 5 % aller Waldbrände gehen auf natürliche Ursachen zurück, vielfach ist menschliches Fehlverhalten Auslöser für einen Brand.

Auch im Kreis Unna gilt es, sich in der freien Landschaft und besonders im Wald umsichtig zu verhalten. Wir bitten darum, die Hinweise des Landesbetriebes Wald und Holz zu beachten und alles zu unterlassen, was die nach zwei regenarmen Jahren und den vergangenen trockenen Wochen bereits jetzt relativ ausgedorrten Gehölzflächen bedrohen könnte:

Hantieren sie in der freien Landschaft und besonders in den Naturschutzgebieten nicht mit Feuer, drücken Sie Ihre Zigaretten immer im Aschenbecher vollständig aus, parken Sie Ihr Auto nicht auf Graswegen und -flächen. Melden Sie Rauchentwicklung oder offenes Feuer in der Landschaft sofort der Feuerwehr unter 112.

Was nach der Schnittschutzsaison passiert ist

Nach Ende der Gehölzschnittsaison haben wir uns im März damit beschäftigt die verbliebenen Holzreste aus den Naturschutzgebieten zu entfernen. Das übrig gebliebene Holz vom Vormonat wurde mit dem Häcksler zerkleinert und die Holzstämme in handgerechte Stücke geschnitten. Mit fortschreitender Zeit haben wir auf mehreren Streuobstwiesen Obstbäume geschnitten.
Des Weiteren haben wir Schilder kontrolliert und Schaltafeln zur Reptilienuntersuchung in Stand gesetzt. Immer wieder war auch die Reparatur von Weidezäunen notwendig.

Exkursion mit Jungjägern

Am 29. Februar lernten die diesjährigen Jagdscheinanwärter im Rahmen ihrer Ausbildung das Naturschutzgebiet Lippeaue von Werne bis Heil und vor allem die hier heimischen und rastenden Vogelarten kennen. Diese Exkursion mit anschließender Besprechung der Tierarten an Präparaten der Rollenden Waldschule findet seit einigen Jahren jährlich in Zusammenarbeit zwischen der Biologischen Station und der Kreisjägerschaft statt.

Dortmunder Vogelwelt: Alles über die Vögel Dortmunds in einem Buch

Es ist geschafft: zweieinhalb Jahre nach dem Start des Buchprojektes Dortmunder Vogelwelt liegt jetzt das Ergebnis vor: 321 nachgewiesene Vogelarten – vorgestellt in Text und Bild. Wissenswertes aus 100 Jahren zu Vorkommen, Verbreitung und Lebensräumen von Vögeln im Dortmunder Stadtgebiet. Dazu Beschreibungen von 22 spannenden Vogelbeobachtungsgebieten mit Hinweisen zu Erreichbarkeit und Vorschlägen zu Wanderrouten.

Für das Buch sind alle verfügbaren Informationen über die Vogelwelt Dortmunds der letzten rund 100 Jahre ausgewertet worden, von den ersten Veröffentlichungen um 1920 und der ersten Vogelliste 1934 über die Datensammlung der OAG Emscher-Lippe-Ruhr aus den 1950er und 1960er Jahren bis hin zu den aktuellen Beobachtungen bei ornitho.de. Allein dort finden sich aktuell fast 400.000 Einträge für unser Stadtgebiet. Insgesamt wurden schätzungsweise fast eine Million Meldungen gesichtet und analysiert, darunter die Tagebücher der verstorbenen Reinhold Neugebauer und Helmut Bunkus, die beide seit den 1960er Jahren über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren ihre Beobachtungen akribisch notiert haben. Damit werden nicht nur die Angaben des 2003 erschienenen und längst vergriffenen „Dortmunder Brutvogelatlas“ aktualisiert, sondern auch Durchzügler, Wintergäste und Seltenheiten beschrieben, fast immer ergänzt mit Fotos von Dortmunder NaturfotografInnen. Die Darstellung der einzelnen Arten mit ihrem Vorkommen, der Brut- und jahreszeitlichen Verbreitung, ihrer Bestandsentwicklung, Gefährdung und ihrem Schutz werden illustriert durch zahlreiche Verbreitungskarten und Durchzugsdiagramme. Damit wird das Buch zur Fundgrube für alle VogelfreundInnen, von GelegenheitsbeobachterInnen am Futterhaus im Garten über Birder bis zu hauptamtlichen NaturschützerInnen.

Hauptautoren sind Erich Kretzschmar und Benjamin Hamann-Tauber, unter der Mitarbeit von Guido Bennen, Dagmar Uttich, Robin Kretzschmar und Reinhold Neugebauer† und mit Beiträgen von Ralf Bergmann, Heinrich Blana, Bernd Gregarek, Günter Hennemann, Jan Hohmann, Peter Klausmeier, Wolfhard Koth-Hohmann, Peter Krech, Rolf Ohde, Dorothee Scharping-Hammad und Anna Stambulachis. Mehr als 30 FotografInnen lieferten ihre besten Bilder, von denen die meisten in Dortmund aufgenommen wurden.

Eine Besonderheit ist ein Kapitel mit Gebietsbeschreibungen, in dem 22 interessante Vogelbeobachtungsgebiete in Wort, Bild und Karte vorgestellt werden. Vom Groppenbruch im Norden bis zum Ruhrlauf im Süden und vom Dellwiger Bachtal im Westen bis zum Pleckenbrinksee im Osten wird das Stadtgebiet abgedeckt. Für jedes Gebiet werden die wichtigsten Lebensräume und die interessantesten Vogelarten beschrieben. Eine auch in einer Karte dargestellte Wanderroute führt die BesucherInnen zu den besten Beobachtungspunkten im Gebiet.

Das Buch umfasst stolze 448 Seiten, kostet 24,90 €, erscheint am 18.12. 2019 und ist beim NABU Dortmund und in vielen Dortmunder Buchhandlungen erhältlich.

Kopfweidenschnitt im Dezember

Für uns begann nun auch die Zeit Kopfweiden nachzuschneiden. Wir entfernten alle Äste mit Hochentastern, um die Weiden zu verletzen, damit dort Platz für neue Lebewesen geschaffen wird.

Sieben Tage waren wir im NSG Horster Mühle und haben dort entlang des Lünerner Baches die Kopfweiden geschnitten und den Holzschnitt anschließend gehäckselt.

Links: Kopfbaumschnitt; Rechts: Häckselgut

Was wir seit Anfang Oktober getan haben:

Im Oktober haben wir die letzten Flächen in diesem Jahr gemäht und die letzten Teiche freigeschnitten. Außerdem haben wir die Teiche von Rohrkolben befreit.

Tillman beim Rohrkolbenstechen

Im November haben wir uns dann dem Gehölzschnitt zugewandt. Das Großprojekt im NSG Unterlauf Beverbach beanspruchte drei Wochen. Es umfasste Baumfällarbeiten, Kopfweidenschnitt und das anschließende Häckseln des Holzes. Während dieser Zeit konnten wir das Bedienen der Seilwinde und Motorsäge erlernen. Dazu gehörte auch der Motorsägenschein am 18. und 19. November.

Der Teich am NSG Unterlauf Berverbach, bei dem wir drei Woche mit Gehölzschnitt verbrachten.

Ende November waren wir in Netteberge, um Baumschutze zu errichten. Diese schützen die Obstbäume vor den Ponys, die ansonsten die Rinde zerstören.

NSG Kiebitzwiese – Erlenstechen und Rohrkolbenziehen

Rohrkolben auf der Kiebitzwiese Foto: Hermann Knüwer

Der Naturschutzbund hatte im achten Jahr gerufen und viele waren gekommen: 18 Freiwillige halfen am 09.11.2019, die Feuchtbereiche auf der Kiebitzwiese für Wat- und Wasservögel offen zu halten. In Teilbereichen sollen aufwachsende Erlen und Rohrkolben gehindert werden, allzu schnell die offenen Uferbereiche und Wasserflächen zu beschatten. Zum Wohle der dort nahrungssuchenden Limikolen und brütender Enten.

Im Einsatz Foto: Hermann Knüwer

Nach einem matschigen Vormittag dann ab Mittag das inzwischen schon obligatorische Spätstück von allen Helfern für alle Helfer.

Traditionelles Spätstück nach der Schlammschlacht Foto: Hermann Knüwer