25.09.2019: Mahdaufladen

Am Alten Ruhrgraben haben wir die gemähte Fläche erst mit dem Trecker geschwadert und parallel mit dem Bagger das Mahdgut aufgeladen. Die Fläche musste gemäht werden, um eine Monokultur von Kanadischer Goldrute zu unterbinden und somit die Biodiversität zu erhalten.

20.09.2019: Klimaschutz in Dortmund

Um die Natur nicht nur durch unsere aktiven Erhaltungsmaßnahmen zu schützen, sondern auch weiterhin für den Erhalt der Erde einzustehen, wie wir sie kennen, waren Robert (links) und Tillman (rechts) mit ungefähr 12.000 weiteren Teilnehmern auf der Fridays for Future Demonstration in der Dortmunder Innenstadt. Durch lautstarke Proteste und eine Menschenkette um die Innenstadt wurde die Meinung kundgetan.

Vogelschutzgebiet Hellwegbörde: Beschilderung der Prioritären Maßnahmenräume komplett


Die neuen Schildertafeln im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde – hier noch mit dem zu ersetzenden separaten Hinweisschild zur Anleinpflicht

Im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde sind im Kreis Unna jetzt die drei Prioritären Maßnahmenräume (PMR) vollständig neu ausgeschildert worden. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer, dem Landwirtschaftsverband und dem Kreis Unna wurden die neuen Schildertafeln von der Biostation entworfen und an 13 Standorten vor Ort aufgestellt. Ziel ist die Information über das Schutzgebiet und die wichtigsten Ge- und Verbote. Insbesondere die Einhaltung des Wegegebotes und die Anleinpflicht zur Brutzeit sind für die Bemühungen zum Schutz der Vogelwelt der Hellwegbörde von wichtiger Bedeutung.


Hermann Knüwer, UNB Kreis Unna, Thomas Raulf, Hellweger Anzeiger, Heinz-Wilhelm Büscher, Landwirtschaftsverband und Kreislandwirt Henrik Plaas-Beisemann beim Pressetermin im Vogelschutzgebiet anläßlich der Schildaufstellung

In den PMR Wilhelmshöhe (Strickherdicke), Hemmerde und Bausenhagen werden aufgrund der dort vorhandenen Artenausstattung vorrangig und in größerem Umfang Maßnahmen zum Schutz der Zielarten (u. a. Wiesen- und Rohrweihe, Wachtelkönig, Wachtel, Rotmilan, Mornellregenpfeifer, Kiebitz) durchgeführt.

NSG Kiebitzwiese: Erster Bruterfolg des Weißstorches in der Ruhraue

Weißstorch
Flügger Jungstorch am 26.07.2019 im Naturschutzgebiet Kiebitzwiese in Fröndenberg Foto: Gregor Zosel

Nach einigen Anläufen hat es in diesem Jahr erstmals geklappt – und nicht nur geklappert: Ein Jungvogel des Weißstorch-Paares auf dem Kunsthorst im Naturschutzgebiet Kiebitzwiese in Fröndenberg ist flügge und hat den Horst verlassen. Ein zweiter Jungvogel hat es wohl nicht geschafft. Schon seit Wochen fiel er durch seine geringe Größe und dadurch auf, dass er nicht im Horst stand sondern immer nur hockte.

Gregor Zosel, Naturschutzwächter in Westick, hat am 26.07.2019 die ersten Flugversuche des überlebenden Jungstorches beobachten und dokumentieren können. Für das Ruhrtal ist dies die erste registrierte erfolgreiche Naturbrut.

Beigetragen zu diesem Erfolg haben auch die Stadtwerke Fröndenberg, die 2012 die Finanzierung der aufgestellten Nisthilfe übernahmen!

Feldvogelschutz: Hotspotgespräche mit der Landwirtschaft

Rechtzeitig vor der Getreideernte, der Einsaat der Winterungen und Zwischenfrüchte haben Anfang Juli die “Hotspot-Gespräche” zwischen der Landwirtschaftskammer, dem Landwirtschaftsverband, den bewirtschaftenden Landwirten, dem Kreis Unna und der Biologischen Station stattgefunden.


Hotspotgespräch mit den anliegenden Landwirten, der Landwirtschaftskammer, dem Kreis Unna und der Biostation in Werne am 05.07.2019 Foto: Hermann Knüwer

Ziel der Gespräche in den noch vorhandenen Schwerpunktvorkommen von Kiebitz und Co. – den “Hotspots” – ist die Abstimmung der Fruchtfolge und die Einwerbung von Feldvogel-Schutzflächen. Moderiert vom Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Ruhr-Lippe, Harald Lopotz, wurde gemeinsam mit den Landwirten die Feldbestellung um die bestehenden Vertragsnaturschutz-Schwarzbrachen koordiniert. Die langjährigen Kiebitzbrutplätze in den Schwerpunkt-Gebieten sind als Schwarzbrachen mehrjährig vertraglich gesichert – im Frühjahr hat die Art hier optimale, störungsfreie Fortpflanzungsbedingungen. Damit die Kiebitze auch im Folgejahr den geschützten “schwarzen” Acker als Neststandort wählen, sind die umliegenden Bewirtschafter in den Hotspotgesprächen informiert worden, angrenzende Flächen im Rahmen ihrer Fruchtfolge mit Wintergetreide einzusäen oder die Winter-Zwischenfrucht bis in den April hinein stehen zu lassen. Beides wird von den Kiebitzen aufgrund des höheren Aufwuchses zur Anlage der Nester gemieden.

Auch die Rotation der Schutzflächen zur Verringerung der Prädation und der Betroffenheit einzelner Landwirte sowie die Einwerbung neuer Vertragsflächen wurde konstruktiv diskutiert.

Aktuelles vom Kiebitzschutz

Auch in diesem Frühjahr stand bei der Biologischen Station der Schutz der stark gefährdeten Kiebitze – in bewährter Zusammenarbeit mit der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Kreis Unna (www.oagkreisunna.de) und der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Hamm (www.oaghamm.de) – wieder ganz oben auf der Agenda.
Dazu wurden am ersten Aprilwochenende synchron die brütenden oder balzenden Kiebitze kartiert. Erwartungsgemäß wurden wiederum weniger Brutpaare als in den Vorjahren festgestellt. Die vorläufigen, unkorrigierten Ergebnisse der Kiebitzkartierung im Kreis Unna können auf der Homepage der OAG Kreis Unna eingesehen werden. Demnach konnten insgesamt 95 Brutpaare (2018: 108) festgestellt werden, in Hamm waren es 71 Brutpaare (2018: 74).

Aufgabe und Ziel der Biologischen Station ist der flächenhafte Schutz der Kiebitze durch die Einwerbung geeigneter Flächen im Rahmen von Schutzprogrammen. Dies dient nicht nur dem Kiebitz, sondern gleichzeitig der gesamten Feldvogelzönose und trägt insgesamt zu einer Biodiversitätssteigerung in der Agrarlandschaft bei.

Brütender Kiebitz; Foto Bernhard Glüer

Brütender Kiebitz; Foto Bernhard Glüer

Auch 2019 konnte wieder das 1-jährige Sofortmaßnahmenpaket „Feldvogelinsel im Acker“ angeboten werden. Voraussetzung sind mind. 3 Feldvogelbrutpaare pro bewirtschafteter Ackerfläche. Im Rahmen dieses Paketes wird ein 0,5-1,0 ha großer Teilbereich innerhalb der Ackerfläche markiert und spätestens vom 01.04. bis zur Ernte der angrenzenden Hauptfrucht nicht bewirtschaftet. Auf der übrigen Fläche sind ggf. vorhandene Nester zu markieren und somit vor Bearbeitungsverlusten zu bewahren. Geschlüpfte Küken können dann in der Feldvogelinsel Deckung und Nahrung finden.

Im 5-jährigen Vetragsnaturschutz, der über die Kulturlandschaftsprogramme der Kreise organisiert ist, können auf bekannten Brutflächen mit dem jeweiligen Bewirtschafter im Voraus Verträge über ein 5-jähriges Bewirtschaftungspaket abgeschlossen werden. Diese Pakete beinhalten entweder bearbeitungsfreie Schonzeiten auf Maisäckern, eine kiebitzgerechte Einsaat von Ackerflächen oder die Anlage von Ackerbrachen durch Selbstbegrünung. Einen wirksamen Schutz der bevorzugt auf offenen Ackerböden brütenden Kiebitze bieten vor allem die 5-jährigen Brachen im Vertragsnaturschutz. Diese sogenannten Schwarzbrachen werden jeweils im Winterhalbjahr umgebrochen und danach der Selbstbegrünung überlassen. So finden die aufwachsenden Kiebitze bis zu ihrem Fortzug im Sommer einen geeigneten Lebensraum.

Falls alle Vertragsangebote aus unterschiedlichen Gründen nicht angewandt werden können, besteht noch die Möglichkeit, die Kiebitzgelege in einigem Abstand zum Bodennest mit Markierungsstäben kenntlich zu machen. Damit können diese bei den landwirtschaftlichen Bearbeitungsgängen ausgespart werden. Auf bereits bewachsenen oder sehr großen Flächen ist diese Markierung oft sehr zeitaufwändig. Der Aufwuchserfolg der Küken bei markierten Gelegen ist nachgewiesenermaßen fast ebenso gering wie der bei nicht markierten Gelegen, wenn nach dem Schlupf keine insektenreiche Vegetation zur Deckung und Nahrung zur Verfügung steht. Auf den großen, blanken Ackerflächen werden die Küken trotz erbitterter Verteidigung durch die Elterntiere zudem oft Opfer ihrer zahlreichen Fressfeinde aus der Luft oder am Boden. Die oft am Schicksal „ihrer“ Kiebitze Anteil nehmenden Landwirte berichteten auch von weiteren Gefahren wie z.B. durch Hunde.

markiertes Kiebitzgelege

markiertes Kiebitzgelege

 

In diesem warmen Frühjahr wurden die Bewirtschafter der Kiebitzbrutflächen wieder im Wettlauf gegen die anstehenden Feldbearbeitungen angesprochen. Der Kiebitzschutz durch das Bereitstellen geeigneter Teilflächen wurde jedoch nur von einer kleinen Anzahl von Landwirten akzeptiert, da meistens der Druck zur Gülleausbringung, andere Sachzwänge oder individuelle Vorbehalte die Flexibilität der Bewirtschafter einschränken.

Bilanz 2019:

So konnten in den Bereichen Kreis Unna und Hamm insgesamt nur drei Landwirte mit zusammen 11 Brutpaaren auf rund 4,7 ha Ackerflächen in das 1-jährige Schutzprogramm mit einer der Selbstbegrünung überlassenen Brache („Feldvogelinsel“) eingeworben werden.

Acht Landwirte mit insgesamt 20 Brutpaaren stimmten alternativ einer Markierung der Gelege zu, um diese bei den folgenden Arbeitsschritten zu schonen. Ein Landwirt markierte eigeninitiativ vier Gelege auf drei verschiedenen Flächen.

Im Kreis Unna und im Stadtgebiet Hamm befinden sich darüber hinaus aktuell 17 Ackerflächen mit insgesamt 33 Hektar im 5-jährigen Bracheprogramm des Vertragsnaturschutzes, die nicht nur den Feldvögeln dienen, sondern auch einer Vielzahl von Insekten, die auf heimischen Wildkräutern leben.

 

Ein neues Fahrzeug für die Naturschutzgebietsbetreuung im Kreis Unna

Große Freude herrscht in diesen Tagen bei den Kolleginnen und Kollegen, die die Naturschutzgebiete zwischen Selm und Schwerte im Kreis Unna betreuen. Eine großzügige Spende der Sparkasse UnnaKamen ermöglichte den Austausch unseres 17 Jahre alten Opel Corsa gegen einen gebrauchten VW-Caddy. Nun gibt es auch keine Platzprobleme mehr, aufwendiges Equipement zu transportieren. Ein herzliches Dankeschön an die Sparkasse UnnaKamen!schoko-caddy

Einblicke in die Lippeaue

DSCN1295_kleinIm Rahmen ihrer Ausbildung und zur Vorbereitung auf die “Jägerprüfung” müssen angehende “Jungjäger” auch Kenntnisse zu Naturschutz und Ökologie erwerben. Einen Einblick in die komplexe Thematik konnten Mitarbeiterinnen der Biologischen Station am 23. Februar am Beispiel der Lippeaue geben. Im Umfeld der Ökologiestation wurde auch der Aussichtsturm für einen instruktiven Blick auf Lebensweise und Schutzwürdigkeit von Arten und Lebensräumen genutzt.